Markuskirche

Man nimmt an, dass die Althengstetter Markuskirche, die ihren vollständigen Namen „Maria-Martin-Markuskirche“ nach den drei Heiligen Maria, Sankt Martin und Markus erhielt, ihren Ursprung bereits in der Zeit der fränkischen Herrschaft in diesem Gebiet hat. Es handelt sich um eine sehr alte Kirche aus dem 11. Jahrhundert, da Althengstett schon vor der ersten Jahrtausendwende Hauptkirchspielort war.



 

 

Nach einer mittelalterlichen Überlieferung soll sie von Papst Leo IX. aus Egisheim, einem Verwandten der Grafen von Calw, im Jahr 1049 geweiht worden sein.


Das Patrozinium der Kirche ist mit einer Dreiteilung (Maria-Martin-Markus) eine Besonderheit. So ist die Kirche Maria, Martin und Markus geweiht. Die Dreiteilung des Patroziniums ist ein Hinweis auf eine Aufstellung verschiedener Altarstellen im 15. Jahrhundert, im Zuge dessen nicht selten mehrere Patrozinien vergeben wurden.


Bereits 1534 wurde in Althengstett die Reformation durch das Haus Württemberg eingeführt. Somit wurde die Markuskirche Gottesdienst- und Versammlungsort der evangelischen Kirchengemeinde.

Kirchplatz

Der Platz um die Kirche diente Jahrhunderte lang als Friedhof. Es ist heute noch zu erkennen, dass die Markuskirche im Mittelalter eine Wehrkirche war. Diese ehemalige Wehrkirche war durch Mauer und Wassergraben umgeben und wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrmals verändert.

Betrachtet man das Areal um die Kirche herum, fallen die wehrhaften Mauerzüge auf, die sich rings um das sakrale Gebäude befinden. Sie zeigen, dass auch die Kirche von Althengstett in der Zeit zwischen 1350 und 1450 als Kirchenburg ausgebaut wurde. Zudem schloss sich an das Kirchenareal an der Westseite eine Burganlage an, deren Gebäude 1595 abgetragen wurden. In diesem Zuge ging auch der größte Teil des Mauerwerks der Kirchenburganlage verloren.

Kirchturm


Der 48 Meter hohe und schlanke Kirchturm ist mit einem Kreuz und mit einem vergoldeten Turmhahn (1560) gekrönt.

Es handelt sich um eine Chorturmkirche klassischen Typs mit einer Ostchorerweiterung, wie sie im Nordschwarzwald im Zeitraum von 1470 bis 1510 vielerorts umgesetzt wurde.