Kirchengebäude


Die heutige Bausubstanz der Kirche weist keine Spuren der Romanik mehr auf. Von Vorgängerbauten des 11. bis 15. Jahrhunderts fehlen bis auf wenige Annahmen und Mauerzüge im unteren Bereich des Turms bisher verlässliche Hinweise.

Das gegenwärtige Gebäude ist vom Stil der Gotik geprägt. Vor allem der Chor, dessen Maßwerkfenster des späten 15. Jahrhunderts heute künstlerisch gestaltete Gläser des renommierten Stuttgarter Künstlers Prof. Rudolf Yelin beherbergen, ist ein deutliches Zeugnis der Gotik und wurde Mitte des 15. Jahrhunderts errichtet. Die Glasfenster wurden in den 1950er Jahren eingesetzt.

 

 



Kirchenschiff

Das eher schlicht gestaltete Kirchenschiff stammt aus späterer Zeit. Es erhielt seine heutige Gestalt im Zuge mehrerer Baumaßnahmen des 17. und 18. Jahrhunderts. An der südlichen Wand wurde zum Gedenken an die Gefallenen und Vermissten eine Holztafel angebracht. Insgesamt hat sich jedoch über die Jahrhunderte der spätmittelalterliche Charakter der Kirche bewahrt.

Chorraum

Der untere Teil des Turmes bildet mit dem um 1500 an der Ostseite in gotischem Stil angebauten dreiseitigen Chors den Altarraum. Dieser Teil stellt den ältesten Teil der heutigen Kirche dar. Das Kreuzrippengewölbe wird durch drei Schlusssteine zusammengefügt, die:
1. Maria mit dem Kind in einem Strahlenkranz auf der Mondsichel;
2. ein geflügelter Löwe mit dem Spruchband „Markus“;
3. Jesus Christus darstellen.

 

Der mittlere Schlussstein zeigt einen geflügelten Löwen. In der christlichen Ikonografie werden seit dem 4. Jahrhundert die vier Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und Johannes, die als Autoren der vier biblischen Evangelien gelten, durch vier geflügelte Symbole dargestellt: ein Mensch versinnbildlicht Matthäus, der Löwe Markus, der Stier Lukas und der Adler Johannes. Deshalb deutet der mittlere Schlussstein auch auf den Evangelisten Markus hin, der heute dieser Kirche seinen heutigen Namen gibt.


Im Laufe der Jahrhunderte gab es immer wieder Baumaßnahmen an der Kirche. Die für das heutige Aussehen wichtigste Renovierung und Umgestaltung fand in den Jahren 1956/57 statt. Damals wurde eine im Chor befindliche Orgelempore entfernt und die neue Orgel tiefer eingebaut. So kamen die von Prof. Yelin gestalteten Farbfenster besser zur Geltung. Seither ist der Chorraum mit dem schönen Orgelprospekt, den Farbfenstern und dem gotischen Netzgewölbe mit dem ausdrucksvoll gestalteten Schlussstein das Schmuckstück der Althengstetter Markuskirche.